Kyivstoner

Kyivstoner ist ein Künstler, dem es gelungen ist, Blogger‑Sketche, musikalische Experimente und schauspielerische Präsenz zu einem eigenständigen Projekt mit klar erkennbarem Stil zu verbinden. Seine Laufbahn begann mit kurzen Videos und ersten Regieversuchen, bevor sie sich auf Musik, Film und große Medienformate ausweitete. Heute tritt er selbstbewusst auf europäischen Bühnen auf und zählt zu den markantesten Vertretern der russischsprachigen Szene außerhalb der GUS.

Herkunft und Werdegang

Albert Vasiljew wurde am 31. Dezember 1991 in Kiew geboren, im Wohnviertel Raduzhnyj – einem Ort, der später Teil seines Bühnenimages wurde. Er wuchs in einem Umfeld auf, in dem Straßenkultur, Humor und Musik ständig ineinandergriffen und seinen Charakter sowie seine Lust auf Experimente prägten. Das Interesse an Kamera und Schauspiel zeigte sich früh und wurde zum Fundament seiner späteren Medienpräsenz.

Mit 19 Jahren zog Albert in die USA und lebte rund fünf Jahre in Los Angeles, wo er am Santa Monica College Regie studierte. Dort entstand auch das Projekt „Budget-Guy-Ritchie“: kurze Vines und Sketche, in denen er alle Rollen selbst spielte. Der Kontrast aus Humor, Schnitt und Tempo zog schnell ein Publikum an – seine ersten Follower kamen noch aus dieser amerikanischen Phase.

Die Rückkehr nach Kiew fiel in die musikalische Aufbruchsstimmung der Mitte der 2010er Jahre. 2016–2017 schloss sich Kyivstoner der Gruppe „Griby“ an und wurde durch seine komödiantischen Einsätze in Videos und auf der Bühne eines der bekanntesten Gesichter des Projekts. Auf dem Höhepunkt der Popularität verließ er die Band, um seinen eigenen kreativen Weg zu gehen und nicht Teil einer „Maschine“ zu bleiben.

Stil, Image und Kreativität

Kyivstoners musikalischer Stil basiert auf gesprochener Delivery, leichtem Flow und Alltagsszenen, die er in ironische Geschichten verwandelt. Er setzt auf Ehrlichkeit und unmittelbare Emotion, vermeidet Pathos und überladene Konstruktionen. Seine Tracks werden schnell zitiert, seine Figuren werden zu Memes.

Sein Bühnencharakter wirkt frech, direkt und manchmal provokant. Privat ist er deutlich ruhiger und weicher – etwas, das Kollegen und Filmteams immer wieder betonen. Dieser Kontrast zwischen Rolle und Realität ist Teil seines Spiels und macht seine Auftritte besonders ausdrucksstark.

Seine Solodiskografie umfasst mehrere Veröffentlichungen, darunter die prägenden Alben „Khaypogolik“ (2017), „Banger“ (2018) und „Lyutaya Popsa“ (2020). Diese Werke markieren wichtige Etappen seines Stils, auch wenn er daneben weitere Projekte realisierte und mit Formen und Genres experimentierte. Dank seiner Regieausbildung legt er großen Wert auf die visuelle Seite: Musikvideos und kurze Clips verbreiten sich schnell in sozialen Netzwerken – getragen von Humor, Wiedererkennbarkeit und präzisem Rhythmusgefühl.

Medien, Film und Shows

Online‑Projekte sind ein zentraler Teil seiner kreativen Biografie. 2018–2019 war Kyivstoner Co‑Host der YouTube‑Show GazLive, wo er absurde und komische Situationen für Gäste wie Juri Dud oder Filipp Kirkorow schuf. Später moderierte er die Jager Music Awards und belebte sein Projekt „Budget-Guy-Ritchie“ neu, indem er kurze Sketche und Mini‑Stories produzierte. Seit 2022 streamt er regelmäßig auf Twitch und verwandelt Gaming‑Sessions in nächtliche Talk‑Formate.

Auch im Fernsehen zeigte er seine Vielseitigkeit. 2020 nahm er an der Show Maskarad des Senders 1+1 teil und trat dort unter der Maske einer Mumie auf – ein Auftritt, der wegen des Kontrasts zwischen Figur und Stimme viel Aufmerksamkeit erhielt. Anschließend war er in der Unterhaltungssendung Gde logika? zu sehen, wo sein unkonventionelles Denken und sein Humor den Ton bestimmten.

Seine Filmkarriere begann 2021 mit der Rolle des Buster Ignat im Kinofilm Major Grom: Der Pestdoktor – eine Figur, die von Kritikern als eine der eindrucksvollsten des Films hervorgehoben wurde. Im selben Jahr spielte er im Serienprojekt Die Frau des Oligarchen die Rolle des Archip und verkörperte im Film Gigolo den Charakter „Nezhny Felix“. Diese Arbeiten festigten seinen Ruf als Darsteller mit Gespür für markante Rollen.

Musikalische Kollaborationen und Einfluss

Kyivstoners musikalische Kooperationen decken ein breites Spektrum an Genres und Szenen ab. 2018 nahm er gemeinsame Tracks mit Bumble Beezy und Sqwoz Bab auf, 2019 folgten Beiträge zu Releases von Instasamka und Jah Khalib, in denen er seinen typischen Humor und seine unverwechselbare Art einbrachte. Häufig tritt er auch als Stimme in Skits, Intros und Comedy‑Einlagen anderer Künstler auf.

Ein besonders markantes Ereignis war die Zusammenarbeit mit Juicy J im Jahr 2021 – der Track „ICE“ wurde zu einem wichtigen Image‑Schritt und unterstrich seine Verbindung zur US‑Szene. Für Kyivstoner war dies ein Moment, der zeigte, dass sein Stil weit über die Grenzen der GUS hinaus Resonanz findet. Er baut seine internationalen Kontakte weiter aus und bleibt offen für neue Experimente.

2023 veröffentlichte er gemeinsam mit dem Künstler Shlem das Album „Kultura Vidminy“, in dem er sich von einer härteren und konzeptuelleren Seite zeigte. Diese Projekte verdeutlichen, dass er sich nicht auf seine Solokarriere beschränkt, sondern aktiv an der Entwicklung der modernen russischsprachigen Szene mitwirkt. Dadurch bleibt er ein Künstler, der das Genre nicht nur musikalisch, sondern auch medial prägt.

Kyivstoner heute

Die europäische Bühne wurde für ihn zur natürlichen Erweiterung seiner Club‑Ästhetik. 2025 absolvierte er eine Club Show Tour in Deutschland und Tschechien, mit Auftritten in Berlin, Hamburg, Prag und weiteren Städten, wo das Publikum seine Energie und seinen Humor feierte. 2026 folgt die All‑Stars Tour 2026, die Clubs in Deutschland, Tschechien, Österreich und Polen umfasst.

Das Format nächtlicher Shows mit Hits, neuen Tracks und einer „bis zum Morgen“-Atmosphäre ist zu seinem Markenzeichen geworden. Damit stärkt Kyivstoner seine Position auf der europäischen Szene und zieht kontinuierlich ein wachsendes Publikum in Deutschland an.

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