Yura Avangard
Yura Avangard, bekannt unter dem Pseudonym „Vyshel pokurit“ („Raus zum Rauchen“), ist ein ukrainischer Rap‑Künstler, der sich seinen eigenen Platz in der russischsprachigen Underground‑Szene geschaffen hat. Seine Musik entstand in Odessa und fand schnell über die lokale Szene hinaus Beachtung – als Stimme für alle, die Ehrlichkeit und Minimalismus suchen. Mit dem Debüt‑Mini‑Album „Moda“ im Jahr 2017 legte er den Grundton des Projekts fest: kühle Sounds, düstere Ästhetik und Texte, die wie persönliche Geständnisse klingen. Seitdem wurde jeder Release – von „Avangard“ über „Gotika“, „Izvini“ bis „Krematsiya“ – zu einem neuen Schritt auf seinem Weg.
„Vyshel pokurit“: Die Anfänge

Yura Avangard wuchs in Odessa auf und beschäftigte sich seit seiner Kindheit mit Musik – zunächst Klavier, später Rap und Freestyle mit Gleichgesinnten. Im Frühjahr 2017 erschien sein Mini‑Album „Moda“, das sofort den minimalistischen Ton und die besondere Atmosphäre des Projekts prägte. In den frühen Aufnahmen hört man den Drang nach Einfachheit und sprachlicher Präzision, ohne den Versuch, sich anzupassen oder zu gefallen. Diese Direktheit machte ihn schnell in der lokalen Szene bemerkbar.
Der zweite Release „Avangard“ folgte wenige Monate später und festigte den Kurs hin zu klanglichen Experimenten. Yura achtete stärker auf Struktur – auf Pausen, Geräusche und monotone Linien, die Spannung erzeugen. Die Texte entwickelten sich von jugendlicher Schärfe hin zu reiferer Reflexion, bei der nicht die Handlung, sondern der Zustand und die Wortwahl im Vordergrund stehen. Ab diesem Zeitpunkt begann „Vyshel pokurit“ eine Hörerschaft zu gewinnen, die Musik als Erfahrung und nicht nur als Hintergrund versteht.

In späteren Phasen erweiterte Yura Avangard seine Palette, ohne den Kern zu verlieren – „Gotika“ brachte mehr Weite und Schichten, „Izvini“ verschob den Fokus auf Offenheit, und „Krematsiya“ fügte Gitarrenklänge zu den vertrauten Beats hinzu. Jeder Titel erwies sich als funktional und nicht nur als stilistisches Etikett – verschiedene Wege, über Nähe und Schwieriges zu sprechen. Seine Biografie liest sich durch die Releases: ein Weg nicht über Karriere, sondern über die Entwicklung von Sprache und Intonation.
Soundtrack der Einsamkeit

Der Stil von „Vyshel pokurit“ basiert auf Minimalismus, Wiederholung und präzise gesetzten Pausen. Der Beat erinnert an Schritte durch einen leeren Flur, der Rhythmus klingt wie der Atem eines Menschen, der versucht, Ruhe zu finden. Der Vortrag drängt nicht und eilt nicht – ein monotoner Rap wechselt plötzlich in einen scharfen Ausbruch, und diese Dynamik wirkt wie eine Dramaturgie ohne Dekoration. Der Klang lebt von kurzen Phrasen, Stille und kalten Synthesizer‑Flächen.

Songs wie „Kladbishche“ („Friedhof“), „Autsayder“ („Außenseiter“), „Umri“ („Stirb“), „Uglekisly gaz“ („Kohlendioxid“) und „Vopros“ („Frage“) wurden zu Fixpunkten für die Hörer. Sie werden zitiert und immer wieder gehört, weil sie den inneren Monolog ohne Mitleid und Schmuck festhalten. Diese Tracks bündeln verschiedene Zustände – von Entfremdung bis zu Geständnissen, die kein Mitgefühl suchen. Sie prägen das Projekt nicht über Genre, sondern über konkrete Erfahrungen.
Die Videoclips „Eto snova ya“ („Das bin wieder ich“), „Pomnish li ty menya?“ („Erinnerst du dich an mich?“) und „Padayu“ („Ich falle“) folgen derselben Logik – ohne Glanz und „perfekten“ Schnitt, nur Blick und Moment. Wichtig sind Licht, Leere im Bild und ein Gesicht, das sich nicht versteckt. Konzerte werden als gemeinsames Erlebnis wahrgenommen: Das Publikum taucht ein in die Atmosphäre von Minimalismus und Ehrlichkeit, in der jede Pause und jede Intonation zählt. Die Musik will nicht unterhalten – sie fesselt die Aufmerksamkeit und lässt spüren, dass die leisesten Dinge am stärksten klingen.
Ohne Erklärungen und Rechtfertigungen
Das Projekt „Vyshel pokurit“ bleibt im Underground und entwickelt sich außerhalb der Massenindustrie. Yura Avangard vermeidet bewusst die Rolle einer öffentlichen Figur: keine Interviews, keine Social‑Media‑Aktivität, der Fokus liegt allein auf der Musik. Sein Schaffen wird als persönliches Statement verstanden, nicht als Teil von Trends oder kommerziellen Strategien.
Die Hörerschaft des Projekts sind Menschen, denen Ehrlichkeit und Minimalismus wichtig sind. Songs und Clips wirken wie Aufzeichnungen eines inneren Monologs, die zufällig anderen zugänglich wurden. Diese Intimität und Direktheit bilden den Wert des Projekts – es verspricht keinen Trost, sondern gibt Klarheit und das Gefühl von Teilhabe.
„Vyshel pokurit“ ist Musik für diejenigen, die bereit sind, zwischen den Zeilen zu hören und eigene Erfahrungen darin wiederzufinden – auch wenn sie am Rand der großen Industrie bleibt. Im Jahr 2025 feierte das Projekt sein zehnjähriges Bestehen und festigte seinen Status als eigenständiges Phänomen, das konsequent seinen eigenen Weg geht.
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